Von der Vision zum Projekt


Gemeinsames – Gesellschaftliches 

Die Veränderungen in unserer Gesellschaft bewirken, dass die Nachfrage nach alternativen Lebens- und Wohnformen

Blick von Osten auf den Pfarrhof

Blick von Osten auf den Pfarrh

zunimmt. In einer Zeit des Umbruchs traditioneller und familiärer Bindungen suchen Menschen nach neuen selbstbestimmten und solidarischen Formen des Zusammenlebens.
Bisherige Projekte zielten eher auf den Beginn der Familienphase ab, bei unseren Überlegungen richten wir den Fokus auf die Nachkinderphase. Wir denken an die Planung der Jahre nach der Kinder-, Familien- und Berufsphase. Dabei geht es nicht nur um eine Versorgung für das Alter, sondern generell um andere Formen des Zusammenlebens, die auf Solidarität bauen und gleichzeitig jeder und jedem Einzelnen genügend Freiraum bieten, ein eigenständiges Leben zu führen. Wir kommen den Bedürfnissen nach Autonomie, Sicherheit und Zusammengehörigkeit nach und möchten dafür baulich und finanziell angemessenen Wohnraum bieten. Um dieses Wohnprojekt zu verwirklichen, ist eine entsprechende Streuung der Altersstruktur (von 50 bis 95 Jahren) zu berücksichtigen. Aus diesem Grund ist das Projekt auch nur mit Mietwohnungen und nicht als Eigentumsprojekt zu planen.
Ziel ist die Ermöglichung einer Lebensweise, die herausführt aus der Anonymität und Vereinsamung, die gute Nachbarschaft fördert und selbstverständlich das Alter mit einschließt.

Die leitenden Gesichtspunkte sind:

Ziel ist eine selbstbestimmte Lebensgestaltung in solidarischer Gemeinschaft UND größtmöglicher Autonomie. 

  • Eine christliche Solidargemeinschaft zeichnet sich aus durch gelebte gegenseitige Hilfe und Unterstützung. Bewohner eines solchen Wohnprojektes verpflichten sich vor der Unterzeichnung des Mietvertrages die gemeinsam erarbeiteten Regeln der Gemeinschaft zu achten und zu leben. Konkret könnten das folgende Solidarleistungen sein:

– Einkaufen und diverse Besorgungen für zu unterstützende MitbewohnerInnen des Wohnprojektes. 
– Hilfe bei Grobreinigung der Wohnungen von zu unterstützenden MitbewohnerInnen.
– Begleitung von zu unterstützenden MitbewohnerInnen bei Arztbesuchen oder Behördenwegen.
– Gelegentlich für andere Menschen der Gemeinschaft mitzukochen oder zum Mittagstisch einzuladen.
– Organisation von Feiern und gemeinsamer kultureller Veranstaltungen (z.B. Theater-, Konzert- oder Kinobesuche).
– Nachbarschaftliche Unterstützung entsprechend der handwerklichen bzw. sozialen und pädagogischen Kompetenz.
– Gelebte christliche Solidarität bedeutet aber auch eine regelmäßige finanzielle Solidarabgabe entsprechend der persönlichen wirtschaftlichen Möglichkeiten der BewohnerInnen. Damit soll ein Ausgleich geschaffen werden, der es ermöglicht Menschen aus unterschiedlicher sozialer und kultureller Herkunft in die Gemeinschaft aufzunehmen. Dieser Solidaritätsfonds steht aber auch für notwendige Anschaffungen und Sanierungsmaßnahmen für die Gemeinschaftseinrichtungen zur Verfügung.
– Der Vereinsamung von MitbewohnerInnen durch Besuche, gemeinsamen Nachmittagskaffee, gemeinsamen Spiele- oder Fernsehabende entgegenwirken. Offene Ohren und Augen gegenüber den MitbewohnerInnen prägen die christliche Solidarität.
… (Detaillierte Gemeinschaftsregeln müssen mit den künftigen BewohnerInnen vereinbart werden.)
– Größtmögliche Autonomie heißt für dieses Wohnprojekt, dass es eine Voraussetzung ist, eine eigene abgeschlossene Einheiten zu bewohnen.

  • Im Wohnprojekt leben Menschen aus unterschiedlicher sozialer und kultureller Herkunft und unterschiedlichem Einkommen, die aber ähnliche gemeinschaftliche Wohnvorstellungen haben.

Blick vom Pfarrhof Richtung Norden zum Kirchturm

– Das Wohnprojekt kann nicht für einen Exklusivkreis wirtschaftlich potenter Mieter zur Verfügung stehen. Entsprechend der Projektgröße sollte es möglich sein, ein bis zwei Wohneinheiten an Menschen zu vergeben, die sich die ortsübliche Miete nicht leisten können (z.B. Menschen mit geringer Pension). 
-Wer an einem christlich geprägten Solidaritäts- und Gemeinschaftsprojekt partizipiert, muss die Bereitschaft mitbringen für andere Kulturen und Religionen offen zu sein. Voraussetzung für eine Aufnahme dieser Einzelpersonen bzw. Paare ist die Bereitschaft die Ziele der Gemeinschaft mitzutragen. Durch Hilfsleistungen und durch einen finanziellen Beitrag zur Solidargemeinschaft.

  • Zum Wohnen in der Zurückgezogenheit der eigenen vier Wände gehört als Ergänzung ein großzügiger Bereich für gemeinschaftliche Aktivitäten.

Blick vom Pfarrhof in Richtung Westen

Blick vom Pfarrhof in Richtung Osten zur alten Kirche, jetzt Schutzengelsaal

– Kleinere Räume der Begegnung im Wohnprojekt (z.B. Kommunikationsnischen im Bereich der Gänge), und ein größerer Kommunikations- und Veranstaltungsraum mit einer entsprechenden Küchen- und Sanitäreinrichtung soll das Gemeinschaftsleben im inneren des Hauses beleben. Darüber hinaus kann in Absprache mit der Pfarre auch der Pfarrsaal genutzt werden. 
– Im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten sind auch eine Sauna, Infrarotkabine, Fitnessraum für die körperliche Erbauung vorzusehen.
– Für den Outdoorbereich sollen entsprechende Sitzgelegenheiten zum gemeinsamen Gespräch einladen. Aber auch die Möglichkeit für ein Sonnenbad auf der Gemeinschaftsterrasse oder ein Grillfest, für einen gemeinsamen Kräuter- und Gemüsegarten, soll gegeben sein.

  • Die Bewohner sollen in ihren eigenen Kompetenzen gestärkt werden, Selbst- und Nachbarschaftshilfe leisten, soziale Netzwerke bilden, durch gegenseitige Unterstützung andere Kostenträger entlasten.

– Jeder Mensch in dieser Altersphase hat sich durch seine berufliche und oft ehrenamtliche Laufbahn Kompetenzen angeeignet. Sei es handwerklicher, sozialer oder geistiger Art. Ein Ziel sollte daher sein, dass diese erworbenen Kompetenzen weiter gepflegt werden und der Allgemeinheit des Wohnprojektes zugute kommen können. Ebenso wird es eine wichtige Aufgabe sein, Mitbewohner so zu bestärken und zu motivieren, dass sie ihre Kompetenzen nicht verkümmern lassen. Gegenseitige Wertschätzung der unterschiedlichen Charismen ist eine Grundvoraussetzung. „Es ist ebenso gut, Gott zu liebe Kartoffel zu schälen, wie Dome zu bauen.“ (Theresia von Avila)

  • Getragen wird die Gemeinschaft durch gelebte Spiritualität, die ein Miteinander auf Basis christlicher Nächstenliebe fördert.

– Ein wichtiges Zentrum soll das gemeinschaftliche Gebet bzw. Meditation in der angrenzenden Kirche sein. Eine christlich geprägte Gemeinschaft lebt vom gemeinsamen Gebet. Aus dieser Quelle der Spiritualität sollen die MitbewohnerInnen Kraft für ihren Alltag schöpfen.
– Im Rahmen der Kompetenzen der BewohnerInnen können auch moderierte Gespräche über Glaubens- und Lebensfragen einen Platz im Leben der Wohngemeinschaft bekommen.

  • Ziel ist, dass die Bewohner des Projektes möglichst lange selbständig in der eigenen Wohnung bleiben, auch bei zunehmendem Hilfebedarf im Alter oder Behinderung, solange die Versorgung mit gegenseitiger Unterstützung und externer professioneller Hilfe gewährleistet ist.

– Jede Bewohnerin und jeder Bewohner soll möglichst lange in den eigenen vier Wänden leben können und sich durch die Gemeinschaft getragen und unterstützt wissen.
Eine Kooperation mit den mobilen Pflegediensten der Caritas und der öffentlichen Hand ist daher anzustreben, damit dieses Ziel optimal verwirklicht werden kann. Eine Grundausstattung von Pflegegeräten ist als Teil der Basisausstattung des Projektes gemeinsam anzuschaffen.

  • Ein wesentlicher Gesichtspunkt ist auch nachhaltig ökologisches Gedankengut.

– Dies soll durch ökologische, baubiologische Bauweise verwirklicht werden (z.B. Warmwasserversorgung durch

Blick vom Pfarrhof in Richtung Westen zum Kindergartenspielplatz

Blick vom Pfarrhof in Richtung Westen zum Kindergartenspielplatz

Solarenergie, bestmögliche Wärmedämmung, umweltverträgliches Heizsystem, …).
– Weiters soll der Blickwinkel MOBILITÄT, durch gemeinschaftliche Nutzung eines PKW-und Elektrofahrrad-Fuhrparkes das ökologische Gedankengut verstärken. Es wird nicht für jede Wohneinheit einen eigenen Parkplatz geben.

  • Im Zusammenleben wird besonders Wert gelegt auf konstruktive Kommunikation, Umgang mit Kritik und Konflikten.

– Bei regelmäßigen Treffen der gesamten Gemeinschaft, die vom Vorstand der Wohngemeinschaft einberufen werden, soll auf die Grundlagen des vereinbarten Regelwerkes hingewiesen werden oder darin enthaltene Punkte diskutiert und gegebenenfalls neu festgelegt werden.

  • In den Gemeinschaftsräumlichkeiten soll Kommunikation ermöglicht werden, gemeinsame Freizeitgestaltung, Pflege von Hobbies, Fitness, Feierlichkeiten, Empfangen von Gästen, Bildungsveranstaltungen, Spiritualität gelebt werden.

 

Geplanter WOHNBEREICH

 25 Wohneinheiten unterschiedlicher Größe zwischen 45 und 75 m² ergänzt mit Gemeinschaftsräumlichkeiten für Festlichkeiten, Wellness/Fitness, eigene Kellerabteile, Kommunikationsplätze im Grünen/Grillplatz, Gemeinschaftsterrasse.